Nahtstellen-Tagung 2009
Mittwoch, 27. Mai 2009 in Bern
Erfolgsfaktoren in der Berufsbildung bei gefährdeten Jugendlichen
Im Zentrum standen dieses Jahr die Faktoren, welche bei Jugendlichen für eine erfolgreiche berufliche Grundbildung massgeblich sind.
Programm
Die Tagung gab Einblick in gute Praxis-Beispiele und bat die Möglichkeit an, die sich aus der Studie der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik (HfH) ergebenden Leitfäden zu diskutieren. Die HfH hat in einer Überblicksstudie die Resultate von 50 schweizerischen Studien und Projekte analysiert und die wichtigsten Erfolgsfaktoren für den Berufserfolg bei gefährdeten Jugendlichen zusammengestellt.
Wichtige Erkenntnisse aus der Studie
Es wurden neun Projekte aus der ganzen Schweiz vorgestellt, die als "good practice" gelten können und exemplarisch die Wirkungsweise von Erfolgsfaktoren aufzeigen.
Workshops
Hier finden Sie die Präsentationen zu den in deutscher Sprache vorgestellten Projekte. Die Unterlagen zu den Vorträgen in französicher Sprache sind in der entsprechenden französischen Seite angegeben.
1) Die Neugestaltung 3. Sek im Kanton Zürich – ein Projekt zur gezielten Vorbereitung der Jugendlichen auf die Berufswelt
Im Workshop wurden praxiserprobte Massnahmen und Verfahren vorgestellt: Im Fokus steht die frühzeitige und gezielte Begleitung der Jugendlichen für einen gelingenden Übergang in die Berufswelt.
- Hanspeter Ogi, Schulleiter/ Projektteam Neugestaltung 3. Sek
- Bildungsdirektion Kt. Zürich, Volksschulamt, 8090 Zürich; Hanspeter.ogi@vsa.zh.ch
2) Jugendprojekt LIFT – Leistungsfähig durch individuelle Förderung und praktische Tätigkeit
Es wurden neue Ansätze zur frühzeitigen Förderung potentiell gefährdeter Jugendlicher ab der 7.Klasse vorgestellt. Es liegen Erfahrungen zur Intensivierung der Zusammenarbeit Schule / Arbeitswelt vor.
- Prof. em. Mario von Cranach - Initiant und Gründer des Netzwerk sozial verantwortliche Wirtschaft NSW/RSE
- Werner Dick, Geschäftsleiter desNetzwerk sozial verantwortliche Wirtschaft NSW/RSE
- NSW/RSE, Schläflistrasse 6, 3013 Bern; werner.dick@nsw-rse.ch
- Gabriela Walser, Regionalkoordination Zürich; walser.lift@bsw-rse.ch
3) Jugendlichen HALT geben: 10 Jahre Erfahrungen und Langzeitwirkungen des supra-f Modells
Der supra-f Ansatz wurde dort angesetzt, wo manche Jugendliche gefährdet sind: Wenig Struktur, wenig soziale und kognitive Kompetenz, schlechte Befindlichkeit. Im Workshop wurden Konzept, Langzeitwirkun-gen und Gelingensbedinungen von regionalen supra-f Programmen diskutiert.
Bernhard Meili, Soziologe lic.phil., Projektleiter bei Infodrog, 3000 Bern 14; b.meili@sunrise.ch
4) Interventionsarbeit zur Förderung der Resilienzentwicklung bei minderqualifizierten Jugendlichen mit Problemen im Transitionsprozess Schule-Berufsausbildung
Wenn formale Bildungsqualifikationen wenig gelten, verengen sich die beruflichen Partizipationschancen für viele Jugendliche. "Creaming-Effekte" setzen ein und reduzieren die schmale Angebotspalette von so genannt "erlernbaren Berufe" weiter. Was für die betroffenen Jugendlichen übrig bleibt, ist soziale Exklusion in einer Gesellschaft entsorgender Bemühungen. Eine spezifische Interventionsarbeit soll minderqualifizierte Berufssuchende unterstützen, in dieser Situation widerständig zu werden, also Resilienz zu entwickeln.
Albert Düggeli, Dr. des. Leiter der Professur für Entwicklungspsychologie und Pädagogik des Jugendalters, Pädagogische Hochschule (FHNW), Basel, Oetlingerstrasse 173, 4057 Basel; albert.dueggeli@fhnw.ch
6) Case Management Berufsbildung
Die Teilnehmenden kennen
- die Zielsetzungen und das Angebot von Case Management Berufsbildung
- die konkrete Umsetzung anhand eines Fallbeispiels
- die politischen Rahmenbedingungen des nationalen Projekts
Barbara Geiser, büro:geiser Projektmanagement, Konzeption, Coaching I Projektleiterin Case Management Berufsbildung Kanton Bern; bg@buerogeiser.ch
7) Individuelle Begleitung in der zweijährigen Grundbildung EBA
Die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft haben ein Modell entwickelt, wie Jugendliche in der neuen zweijährigen Grundbildung niederschwellig und zielgerichtet begleitet werden können. Es ist ein Erfolgsmodell.
Ruth Wolfensberger, Stv. Direktorin der Berufsfachschule Basel, Leiterin des bikantonalen Projekts für fachkundige individuelle Begleitung FiB. Kohlenberggasse 10, 4001 Basel, ruth.wolfensberger@bs.ch
8) Positive Peer-Culture: Jugendliche helfen Jugendlichen - Grundlagen, Praxis und Erfahrungen
Positive Peer Culture ist ein stärkenorientierter, resilienzfördernder Ansatz. Theoretische Grundlagen, die Praxis der Gruppentreffen und Evaluationsergebnisse werden vorgestellt und in ihrer Bedeutung für die berufliche Bildung von gefährdeten Jugendlichen diskutiert.
Prof. Dr. Christoph Steinebach, Direktor Departement Angewandte Psychologie, ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Departement Angewandte Psychologie, Minervastrasse 30, Postfach, CH-8032 Zürich; Christoph.Steinebach@zhaw.ch
9) Triple P Teen: Erziehung auch im Teenageralter - Ein Programm zur Stärkung von positivem Erziehungsverhalten für Eltern von Teenagern
Das Teenageralter stellt für viele Eltern eine grosse Herausforderung dar. Im Programm Triple P Teen lernen Eltern unterstützende Kompetenzen kennen, die ihnen helfen, eine positive Beziehung zu ihrem Teenager zu verstärken, ihn auf seinem Weg in die Selbstständigkeit zu unterstützen und mit schwierigem Verhalten konstruktiv umgehen zu können. Im Workshop wird das evaluierte Programm vorgestellt, einen Einblick in die einzelnen Teile des Programms gegeben und Einsatzmöglichkeiten diskutiert.
- Annette Cina, Dr. phil., Psychologin FSP, Oberassistentin
- Universität Fribourg, Institut für Familienforschung und -beratung, Rue Faucigny 2, 1700 Fribourg; annette.cina@unifr.ch
Schlusspunkt - Tagungsrückblick
von Silvia Grossenbacher, SKBF / Aarau
Synthese
von Jacques Amos, SRED / Genf